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Niki de Saint Phalle

Niki de Saint Phalle

Neuilly-sur-Seine 1930 -
San Diego/Kalifornien 2002


Niki de Saint Phalle wird 1930 in Neuilly-sur-Seine geboren. 1936 bis 1945 besucht sie in New York die Klosterschule Sacré-Coeur. Als 18-Jährige heiratet sie den amerikanischen Schriftsteller Harry Matthews. Sie haben zwei Kinder, die Ehe geht jedoch in die Brüche. Niki erleidet einen psychischen Zusammenbruch und verbringt einige Zeit in einer psychiatrischen Anstalt. Um ihre Traumata und Ängste zu verarbeiten, beginnt sie künstlerisch zu arbeiten.
Ab 1951 lebt Niki de Saint Phalle in Paris, um 1955 lernt sie hier den Künstler Jean Tinguely kennen und geht mit ihm eine langjährige Beziehung ein. 1971 heiraten Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely. Er hilft ihr und inspiriert sie, es entstehen gemeinsame Projekte und durch ihn kommt sie auch in Kontakt zu der Künstlergruppierung der "Nouveau Réalistes", die sich im Oktober 1960 zusammenschließt und der sie ab 1961 angehört.
Erstes Aufsehen erregt Niki de Saint Phalle mit den "Schießbildern", die um 1955 entstehen. Mit einem Gewehr schießt sie auf eine reliefartig strukturierte, aber farblose Leinwand, die mit Farbbeuteln präpariert ist: diese zerplatzen und die Farbe ergießt sich über die Leinwand. Durch dieses aggressive Handeln verarbeitet sie ihre Wut auf ihren Vater, aber auch die Männer im Allgemeinen und schließlich die ganze Welt.
Ab 1964 formt Niki de Saint Phalle die drallen und bunten "Nana"-Figuren, die sehr populär werden und die Künstlerin international bekannt machen. Mit diesen abstrahierten, verspielten, fröhlichbunt bemalten Figuren mit sehr weiblichen Formen setzt sich Niki de Saint Phalle auf ihre Weise mit der Rolle der Frau auseinander. 1966 entsteht für das Moderna Museet in Stockholm eine liegende "Nana" mit 29 Meter Länge, in die die Besucher durch die Vagina hineingehen können. 1968 werden die "Nanas" in einer Ausstellung im Museum of Modern Art in New York gezeigt, zahlreiche weitere Ausstellungen folgen.
Ab 1979 entsteht in Capalbio in der Toskana mit dem "Tarot-Garten" Niki de Saint Phalles umfangreiches Gesamtkunstwerk. Das Gartengelände ist nach ihren Entwürfen mit zahlreichen phantasievollen Figuren und Nanas bevölkert, zudem mit verwunschenen Grotten und poetischen Wandmosaiken gestaltet. Mit Jean Tinguely arbeitet sie 1982 gemeinsam am "Strawinski-Brunnen" für den Platz vor dem Centre Pompidou in Paris.
Die Künstlerin erleidet schließlich schwere Atemwegserkrankungen durch die jahrzehntelange Arbeit mit Staub und giftigen Dämpfen von Polyester und Kunstharz. Auf ärztlichen Rat zieht sie sich 1994 in das milde Klima von San Diego, Kalifornien, zurück. Hier arbeitet die Künstlerin an einer letzten großen Werkserie, die zugleich spielerische Hommage an Jean Tinguely ist, der 1991 verstirbt: es entstehen die beweglichen Skulpturen der "Explodierenden Bildern".
Niki de Saint Phalle stirbt 2002 in San Diego.

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